Datum: 07. Oktober 2026, 19:00
Ort: Museum im Storchen Göppingen
Als im Dezember 2020 das neue Krematorium am Rande des Göppinger Hauptfriedhofs seinen Betrieb aufnahm, fand damit eine über hundertjährige Tradition ihre Fortsetzung. Denn seit 1911 existierte in der Hohenstaufenstadt eine Anlage zur Feuerbestattung. Dieses erste Göppinger Krematorium zählte zu den frühesten in Württemberg und ganz Deutschland. Darüber wird Dr. Dominik Gerd Sieber, Leiters von Archiv und Museen, am Mittwoch, 7. Oktober, in einem Vortrag berichten. Die damals als innovativ und fortschrittsorientiert propagierte Kremation wurde allerdings aus weltanschaulichen und religiösen Gründen kontrovers diskutiert. Speziell freigeistige, linksliberale und nicht zuletzt atheistische Gesellschaftsschichten forcierten diese moderne Art der Bestattung. So verwundert es nicht, dass sich in der hiesigen Feuerbestattungsbewegung die führenden Köpfe der Göppinger Stadtgesellschaft um 1900 und prominente Persönlichkeiten ausmachen lassen – beispielsweise der Verleger Johannes Illig oder der Rabbiner Dr. Aron Tänzer. Heute ist die Kremation die dominante Bestattungsart in Göppingen. Die Entwicklung dorthin und die näheren Kontexte, die im frühen 20. Jahrhundert zur Etablierung der Feuerbestattung in Göppingen geführt haben, nimmt ein Vortrag des Leiters von Archiv und Museen, Dr. Dominik Gerd Sieber, in den Blick. Die kostenlose Veranstaltung findet am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Foyer im Museum im Storchen statt. Sie ist Teil des Begleitprogramms der aktuell im Museum gezeigten Sonderausstellung zu Tod, Begräbnis, Friedhofs- und Erinnerungskultur in Göppingen.